Unser kultureller Schatz wird jedem gleich sichtbar, wenn er unsere schmucke kleine Pfarrkirche betritt.
Aller Wahrscheinlichkeit nach reicht die Pfarrkirche Mieders nach den Befunden der Grabungen bei der letzten Renovierung bis ins 8. Jahrhundert zurück. Heute greifen wir einen Schatz aus der Zeit der Barockisierung – also 1000 Jahre später heraus: Man trete ein und lasse den Blick zum ersten Fresko im Langhaus schweifen. Es trägt den Titel: „Schutzbitte an die Heilige Dreifaltigkeit für Mieders durch die Muttergottes und Heilige.“ Geschaffen wurde es vom 1691 in Mieders geborenen Jakob Jenewein, der 1731 in Brixen zum bischöflichen Hofmaler ernannt wurde. Wir erahnen also die alte nicht nur für Mieders (vgl. Fürstenhaus) maßgebliche Verbindung nach Brixen.
Wir haben gerade dieses Deckengemälde als Schatz ausgewählt, den wir euch vorstellen wollen, da in diesem Fresko (ungewollt?) schon ein Stück weit Seelsorgeraum sichtbar wird. Wenn wir auch heute, noch einmal knapp 300 Jahre später, vor Ort mit und für die Bevölkerung in Mieders beten, wissen wir uns ins größere Ganze eingebunden. Am Fresko ist markant unsere Nachbarpfarrkirche Telfes, deren Glockengeläut wir häufig recht deutlich vernehmen dürfen, im Hintergrund ist die Pfarrkirche Fulpmes zu erkennen. Relativ groß dargestellt finden wir auch einen Vorgängerbau der Kalvarienbergkapelle.
Über dem Stubaital schwebt eine Gruppe aussagekräftiger Heiliger, von denen wir nur 3 herausgreifen möchten: Maria, unsere Gottesmutter genießt in Mieders besondere Verehrung, da auch das Waldraster Gnadenbild gut 60 Jahre lang nach der Aufhebung des Klosters in Mieders verehrt wurde. Die heilige Notburga mit Sichel und Ähren – die einzige Tiroler Heilige, die auf unsere bäuerlichen Wurzeln verweist. Und der Heilige Sebastian, der als Pestheiliger auch für die von Krankheit gezeichnete damalige Bevölkerung steht. In Mieders gab es auch lange Jahre eine Sebastianibruderschaft. Bei der Gründung der Miederer Vinzenzgemeinschaft hat sie sich den heiligen Sebastian zum Patron gewählt.
Kirchenführerin Gerda Zorn und Pfarrgemeinderätin Claudia Hrabowski mit Diakon Michael Brugger
